Ford Mustang

Vor einigen Wochen stand überraschenderweise eine Literaturklausur an. Als Grundlage war ein Bild auszuwählen.
Hier das Bild und meine Kurzgeschichte:

Fort Mustang

Mit einem Seufzer lehnt er sich vor. Stützt sich. Schließt die Augen. „Jetzt bist du perfekt!“

Er fühlt den frischen Wind in seinem Gesicht, hört, wie er sanft durch die goldenen Gräser streift und sich in den Bäumen verliert. Das neue Werbeschild der Tankstation wippt kaum merklich.

„Wie unser alter Mustang“, sagt er, öffnet langsam die Augen und betrachtet die frisch lackierte Tanksäule vor sich.

Rot. Richtiges Rot.

Perfekt, um sich von den neuen weißen Wänden der Hütte abzuheben.

„Du hättest ihr gefallen.“

Er hatte sie damals mitgenommen in seinem roten Ford Mustang. Sie wolle ein Stück Richtung Süden, hatte sie gesagt. Und dankbar hatte sie neben ihm gesessen. Hatte erzählt, über ihre Liebe zur Natur, der Begeisterung vom Fahren und der Vorstellung, auf einer Tankstation zu leben.

Sie sahen sich wieder, fuhren wieder gen Süden und redeten von da an gemeinsam von Natur, Fahrten und Tankstationen.

Er blickt auf. Blickt zur Seite. Sein Blick verliert sich einsam im Wald.

Er ist fertig.

Kurze Zeit später sitzt er in seinem roten Ford Mustang. Die Farbe hat an Kraft verloren. Er fährt alleine gen Süden.

Auf dem Sitz neben ihm liegen Nelken.

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